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KuaS 1970 no. 3 pag. 54-55

Auf der Suche nach Frailea asterioides
A. F. H. Buining


Bild 1. Frailea asterioides bei Quarai. Man kann sich vorstellen, wie schwer diese kleinen Pflanzen zu finden sind . . .
Foto vom Verfasser

Eine gute und ausführliche Beschreibung dieses hübschen Pflänzchens findet man in „Krainz, Die Kakteen" vom 1. XII. 1959. Ich stimme den dort gemachten Bemerkungen zu — auch was die Gültigkeit von Frailea castanea Bckbg.* betrifft — und möchte hier von meinen eigenen Erlebnissen bei der Begegnung mit dieser Art berichten.
Als Vorgeschichte sei erwähnt, daß HARRY BLOSSFELD 1936 als erster Frailea asterioides Werd. von Alegrete in Rio Grande do Sul, Brasilien, mitbrachte. Seitdem kamen aus diesem Gebiet keine Pflanzen mehr zu uns. Erst später fanden RITTER und HORST und im Jahr 1967 HORST, zusammen mit mir, wieder eine Anzahl von Pflanzen.
Frailea castanea wurde nach Mitteilung von BACKEBERG von MUELLER MELCHERS in Nord-Uruguay gesammelt. Im Januar 1967 sammelten HORST und ich in der Cuchilla Negra im Norden von Uruguay sehr gründlich. Diese Gegend wurde mir von MUELLER MELCHERS schon vor Jahren als Fundort von Notocactus caespitosus (Speg.) Bckbg. und von Frailea-Arten angegeben. Von Tacuarembo aus durchstreiften wir die Cuchilla de Haeda und die Cuchilla Negra bis zur brasilianischen Grenze.
Wir fanden nur selten hie und da einige Fraileen, aber keine, die F. asterioides glich. Sie waren zwar auch dunkelfarbig, hatten aber eine ganz andere Bestachelung.
Schließlich fuhren wir nach Quarai, wo wir spät abends ankamen, sodaß wir dort übernachten mußten. Früh am nächsten Morgen suchten wir die ganze Umgebung nach Kakteen ab — aber ohne Erfolg. Unsere Nasen immer dichter am Boden, stießen wir einmal beinahe auf eine der kleinen, sehr giftigen Korallenschlangen.
Trotzdem bin ich schließlich einfach auf den Knien gerutscht. Ich mußte eine F. asterioides finden! Doch wie es so kommt — es war HORST, der die erste Pflanze entdeckte . . . Hat man aber einmal eine gesehen, so findet man die nächste leichter und so hatte auch ich noch ein paarmal Glück. Der Grund für unsere Schwierigkeiten wurde uns jetzt auch klar: unserer Ankunft war eine ziemlich trockene, heiße Periode vorausgegangen. Die kleinen Pflänzchen waren ausgetrocknet und hatten sich zwischen Gras und Steine zurückgezogen.
Beim Mittagessen in Quarai war es besonders schön, den schrecklichen Durst mit ein paar Flaschen des guten, wohlverdienten uruguayischen Norteña-Biers zu stillen!


Bild 2. Erst die großen gelben Blüten verraten die Kakteenzwerge
Foto vom Verfasser

Unsere Reise sollte weitergehen nach dem 120 km nordöstlich gelegenen Alegrete. Bald nach Quarai schon fanden wir auf dieser Strecke am Nachmittag ganz zufällig und leicht noch eine ganze Anzahl von unserer Frailea. Dort war in den letzten Tagen ein wenig Regen gefallen.
Die vorher so gut versteckten Pflanzen waren zum Leben erwacht und verrieten sich durch ihre großen gelben Blüten.
Weiter, in Richtung Alegrete und rund um diese Stadt fanden wir keine Frailea asterioides mehr. Wir stießen bei unserem intensiven Suchen aber auf schöne Gruppen einer anderen Frailea-Spezies mit goldgelben und rosafarbenen Stacheln und auf eine interessante Art aus der Notocactus ottonis-Gruppe.
Weil bis jetzt, soviel ich weiß, keine Standortaufnahmen von Frailea asterioides Werd. bekannt sind, bringe ich hier zwei Bilder, die ich bei Quarai gemacht habe.
Die Pflanzen variieren stark und ich möchte deshalb Frailea-Liebhaber warnen, mit Neubeschreibungen oder Varietäten dieser Gattung sehr vorsichtig zu sein! Nur nach gründlicher Feldarbeit und guter Kenntnis der Fundorte ist es möglich, diese kleinen Edelsteine unter den Kakteen mit Erfolg zu bearbeiten.

Anschrift des Verfassers: A. F. H. Buining,
Burg. den Beanfortweg 10
Hamersveld (U.)
Holland

* Backeberg hatte den Namen F. asterioides als Synonym zu seiner eher beschriebenen F. castanea eingezogen. F. castanea aber wurde von Werdermann und von Krainz aus guten Gründen als nomen dubium, als zweifelhafte Art betrachtet. Red.
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