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Zpravodaj Frailea 27

(Die falsche pulcherrima)² = Frailea pseudopulcherrima
L. Berka

Ich setze in der Überlegung über die F. pulcherrima fort; diesmal wird das die Pflanze, die wir unter dem Namen F. pseudopulcherrima Y. Ito finden, mehr kommt sie aber unter dem Namen F. pulcherrima vor. Ist es die grüne pulcherrima, eigentlich schilinzkyana, über die ich früher geschrieben habe. Und warum die falsche hoch zwei? Die Vorsilbe „pseudo“ bedeutet "falsch, ähnlich, aussehend als...". Durch die Potenz behaupte ich die schon erwähnte Verwechslung. Der Name ist schon seit den 30. Jahren bekannt, wann er in dem "Roten Verzechnis" von A. V. Frič erschien. Frič gibt in der Preisliste 1933 zu diesem Namen die Anmerkung. (irrt. in der roten Liste Nr. 36) als F. pulcherrima. Mit dem Roten Verzeichnis meint Frič die Preisliste in dem rotem Umschlag (Frič 1929).
Der Name erscheint in der Kakteenliteratur zum ersten mal in dem Buche von J. Borg, erschienen im Jahre 1937, und die Pflanze is dort A. V. Frič zugeschrieben. Was man dem Frič nicht nehmen kann ist nicht die Frage der Gültigkeit oder Erstbenutzung des Namnes; ich meine, dass er war die Quelle dieser Pflanzen. In dem Buche "Der Kakteenjäger" von K. Crkal (1983), die jetzt bei uns die beste Quelle der Informationen über Frič ist, kennen wir Informationen finden, die andeuten, dass Frič in den Fraileen kein Experte war, und dass er auch etliche unbestimmbare Fraileen in Paraguay aus der Umgebung von Cambureta und Encarnacion gesammelt hat. Kurze Identifikation sagt, dass es sich um die Pflanzen aus dem Kreise der F. schilinzkyana handeln könnte. Er selbst gibt an, dass er Pflanzen gefunden hat, die ein Übergang zwischen F. pulcherrima und F. gracillima sind. In der Preisliste aus dem Jahre 1928 bietet er die Samen von F. pulcherrima aus Cambureta.
Und der neue Name? Ich kann mir vorstellen, wie das Geschäft mit den Importkakteen in den 30. Jahren verlief. Es kam eine Kiste aus Amerika, im Innen viele Pflanzen, zu den sich der Kenner geäusset hat - das ist das da, dies kenne ich nicht, das ist etwas Neues und das ist etwas zwischen. Wenn wir etwas nicht kennen, so geben wir einen neuen Namen und man wird es gut verkaufen. Die Kakteenzüchter - Sammler sind dasselbe wie die Briefmarkensammler, neuer Name = neues Stück in die Sammlung, der da nicht fehlen darf.
Die ganze Aktion der Validisierung dieser "neuen" Pflanze beendete Y. Ito - er "erzeugte" eine gültige Beschreibung:
Meistens gedrückt - kugelig, zuerst einzeln, später abzweigend, satt grün; Rippen cca 15, in kleine runde Höcker zerteilt; Dornen cca 10, dünn, kurz (cca 0,3 mm lang), zerlegen, gekrümmt, zuerst braun, später aschgrau oder schwarz; Blüten trichterförmig, 2 cm lang und 3 cm breit, gelb; Röhre kurz, gelblich, mit grauer Wolle und braunen Borsten. - Uruguay. - Echinocactus pseudopulcherrimus Frič n. n.
So sieht das Ergebnis aus, wenn der Autor sich bemüht nach sich eine unvewischbare Spur in der botanischen Geschichte zu lassen. Die oben angeführte Beschreibung war von Y. Ito in Explanatory diagram of Austroechinocactinae (1957) und so beendete er das Bemühen um die Einreihung des Namens pseudopulcherrima zwischen die reelen Pflanzen. Wie der Name andeutet, die Pflanzen sollten in etlicher Hinsicht abweichend sein. Bei dieser Beschreibung können wir feststellen: die Pflanzen sind grundsätzlich verschieden und ganz ohne Verwandtschaft mit F. pulcherrima.
In der tschechischen Zeitschrift Kaktusářské listy aus dem Jahre 1949 (11:49 - 51) können wir ein Artkel von L.Červinka lesen: Frailea pulcherrima und die Pflanzen um sie. Die abgebildete Pflanze und die Beschreibung zeigen eindeutig die F. pseudopulcherrima.
Weiter wickeln sich die Diskussionen ab über dem, was ist die F. pseudopulcherrima. C. Backeberg, in Cactaceae 1959, beschäftigt sich meistens mit dem wer ist der Veranlasser des Namens pseudopulcherrima und kommt zu dem Schluss, dass Ito den Namen von Borg übernahm ohne eine Kontrolle bis zu Frič durchzuführen. Für Backeberg ist wesentlich Kreuzingers "Verzeichnis ...", tiefer geht er nicht (die Preislisten interessieren ihn nicht. Sein Resultat kann man etwa so beschreiben: F. pseudopulcherrima Frič n. n. = F. pseudopulcherrima (hort.) Borg? Backeberg hat eine Pflanze abgebildet, die sehr ähnlich der ist die ing. červinka ina Kaktusářské listy diskutierte. Bei der abgebildeten Pflanze steht eine Beschreibunhg: Abb. 1593 ? Frailea pseudopulcherrima (Frič) /hort./ Borg (non Y. Ito), in der Gegenwart noch nicht beschriebene Art mit einer kleinen Blüte. Im Text sind die kleinen Blüten hervorgehoben und es wird konstatiert, dass im Bezug auf die Blütengrösse ist seine Pflanze noch nicht beschrieben und unbenannt. Ich meine, dass kein Kommentar dazu nötig ist.
Abgesehen von dem dann und wann vorkommendem Namen in verschiedenen Preislisten und Katalogen, spricht über die Pflanze erst F. Ritter in "Kakteen in Südamerika (1979): Wahrscheinlich handelt es sich um eine Verwechslung der Namen beim Borg, der die von Frič erwähnte F. pseudograhliana mit F. pseudopucherrima verwirrte, diese führt aber Borg nicht an. Ito´s Name ist unlegitim, weil er ein jüngeres Homonymum zu F. pseudopulcherrima im Borg´s Werke ist, der ebenso ungültig ist. Ausserdem ist die Ito´s Frailea pseudopulcherrima ungenügend beschrieben, ohne Abbildung und ohne nomenklatorische Typen oder Typstandort; ohne diese Angaben kann man die Pflanze nicht sicher bestimmen. Den Namen sollte man aus dem Verzeichnis der Fraileen streichen. Was die F. pseudopulcherriam ist kann man nicht feststellen, weil die Beschreibung ungenügend ist."
Hier muss man unterscheiden, was ein Wunsch und Ansicht von Ritter ist und was sagt die botanische Nomenklatur. Ich meine, dass Ritter nicht Wahr hat, weil die ICBN regeln waren erst im Jahre 1958 geändert und die Beschreibung ist formal richtig.
Ritter macht darauf aufmerksam, dass Ito´s Beschreibung sehr ähnlich der Beschreibung von F. perumbilicata v. spinosior Ritter ist, nur in Angaben ist sie verschieden - Rippen in Höcker aufgeteilt (bei perumbilicata fehlen die Höcker fast ganz) und in der Länge der Blüte. Wie sie sehen, die Beschreibung sagt nicht viel und so kann man die Pflanze mit was nur immer vergleichen.
K. H. Prestlé spricht über diese Pflanze in dem Buche "Die Gattung Frailea" (1997), wo er sie in der Verwandtschaft von F. schilinzkyana diskutiert und gibt zu der Ito´s Beschreibung zu: Körper satt blaugrün (oft matt), einzeln oder auch abzweigend, ähnlich F. schilinzkyana, aber nicht gleich! Rippen 14 - 16 (18), in Höcker geteilt, in dem unteren Drittel breit oval, bis 0,5 cm breit, in dem oberen Drittel mehr verlängert, 0,1 -0,15 cm hoch, voneinander getrennt. Areolen oval, mit weisser Wolle, 0,1 cm lang. Dornen dunkelbernsteinfarben, in die Seiten strahlend, zerlegt auf dem Körper und abstehend, 0,3 - 0,4 cm lang. Scheitel abgeflacht und 0,4 bis 0,5 cm vertieft. Frucht zerfliessend. Samen hellbraun. Fundort unbekannt.
Ich weiss nicht, warum Herr Prestlé nur nicht konstatiert hat: es handelt sich um F. schilinzkyana. Vollends kommen unter diesem Namen nicht gleiche Pflanzen vor, aber verschieden grüne F. schilinzkyana in den Grenzen ihrer Variabilität. Also auch nicht eine uniforme deutliche Form, auf die man aufmerksam machen sollte!
Und der letzte, der die Pflanze nicht weggeworfen hat war Herr Hunt et al. in der zweiten Ausgabe von CITES Cactaceae Checklist. Wie ich der vorvorigrn Nummer der Zeitschrift geschrieben habe, habe ich nur gestaunt, wie dieser Gedanke progressiv ist.
Zum Schluss sollte ich antworten, warum ich eigentlich über diese Pflanze schreibe, wenn ich sie stets angreife. Es ist gut auf alte Fehler aufmerksam machen, ich meine, dass der Name F. pseudopulcherrima ist ein Fehler und es ist überflüssig einen neuen Namen für F. schilinzkyana zu suchen.

Auf den beigelegten Bildern sind die Samen von F. pseudopulcherrima (die ersten zwei) in dem Vergleich mit F. pygmaea v. dadakii (die war ausgesucht als ein Muster für die Pflanzen mit den ähnlichen Samen wie F. pulcherrima). Wie man sieht, der Unterschied ist sehr deutlich. Die Bilder stammen aus dem Kakteenlexikon von C. Backeberg.

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