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Internoto Volume 29, no. 1, 2008

Cumprimentos da foto do pampa 9
Angela & Frederico Jaekel

Pflanzen um Minas do Camaqua in Blüte

Die kleinen Pflanzen von N. arachnitis f. darilhoensis N. Gerloff & J. Neduchal waren die ersten Notokakteen, die wir in der Natur auf dem Grundstück unserer Freunde Vera und Valter URUTH de OLIVEIRA gesehen haben - und zwar auf dem Hochplateau des Berges hinter den Pferden - siehe Foto Seite 20 im Heft 1/2006. Den Typstandort dieser Art auf dem Löwenberg bei Pedra do Segredo Cacapava haben wir erst Ende des Jahres 2006 besucht. Die kleineren Geschwister sind
N. arachnitis var. minor F. Ritter aus dem Ort Minas do Camaqua und die Form N. arachnitis f. darilhoensis N. Gerloff & J. Neduchal aus der Umgebung von Santana da Boa Vista.

Dort findet man sie auf vielen Bergen oder flachen Steinplatten. N. arachnitis var. minor F. Ritter können sie auf dem Kreuzberg von Minas do Camaqua von Nilson DORNELES fotografiert auf der INTERNOTO Foto-CD 1 sehen. Die Bilder von der Fazenda unserer Freunde sehen Sie auf der Internoto Foto-CD 3.

Die ersten Bilddateien, die wir im Jahre 2005 an Norbert und ab September 2006 auch an Sergio KLEIN und Horst HENSSEN geschickt haben, hatten stets unseren Zusatz „Um Benennung der Pflanzen wird gebeten". Nach ein paar Tagen waren Norberts Emails mit den Antworten bei uns. Wir haben uns zuerst sehr gewundert, warum Norbert mal den oben erwähnten Namen genommen hatte und bei anderen Pflanzen wieder den Namen N. uebelmanninaus Buining. Unsere erste Trennungsformel war falsch - sie lautete:
rote Blüten = N. uebelmannianus
gelbe Blüten = N. arachnitis.

Im September 2005 trafen wir uns mit Norbert bei Vera & Valter auf der Farm. Bei diesem Besuch hat er uns verschiedene Fundorte von N. uebelmannianus und N. arachnitis gezeigt. Wir haben Norbert unsere Verwunderung ausgedrückt, dass er scheinbar so sicher mit den beiden Namen umzugehen weiß. Er hat uns eine Anleitung auf einen Zettel geschrieben, wie wir N. uebelmannianus von N. arachnitis sicher trennen können. Später hat er in einer Email diese Kriterien konkretisiert:

N. uebelmannianus N. arachnitis
Standort eher schattig in Moos eher sonnig zwischen Steinkiesel
Rippen 9-15 12-16(22)
Areolensitz Täler zw. Warzen wenig vertieft, Mitte zw. Tal/Warze
blühfähig ab 5 cm 4 cm
maximale Diam. 13 cm 9 cm
Dornenlänge 1 bis 3,5 cm 1 bis 2,5 cm
Blüten meist rot (auch gelb) immer gelb
Blütendurchmesser 5 bis 7 cm um 4 cm
Narbe rot gelb
Früchte um 2 cm um 1 cm
Altersform flach kugelig

Als dann ab Mitte Oktober die Knospen und Blüten an den Pflanzen in der Natur kamen, wurde uns diese Einteilung klarer. Wir haben an keinem Fundort von N. arachnitis jemals eine rote Blüte sehen können. Heute möchten wir Ihnen in erster Linie Bilder von N. arachnitis fa. darilhoensis zeigen. Um diese Pflanzen in der Natur sehen zu können, muss man auf die höheren Bergstufen wandern. Meist sind die Pflanzen dort der vollen Sonne ausgesetzt. In dieser Situation haben die Pflanzen ein ganz
dichtes Dornenkleid.
Die größten Pflanzen findet man allerdings unterhalb dieser Steinplatten in Moos oder Gras. Es scheint so, als wären sie he r untergefallen oder der Samen an dieser Stelle angeschwemmt worden. Die Pflanzen sind in der Natur schon ab 4 cm Durchmesser blühfähig, sie werden nicht größer als 9 cm. Jedenfalls haben wir keine größeren Pflanzen gefunden. Meist sind die 10 bis 12 Dornen weiß (seltener auch grau bis sandfarben) und liegen spinnenartig an, was ja der Name bedeutet. Der untere Mitteldorn ist immer der längste und deutlich von den 7 bis 9 Randdornen zu unterscheiden. Oftmals gibt es oben noch zwei weitere Mitteldornen, die aber nicht dicker und länger als die Randdornen sind.
Zum Vergleich zeigen wir Ihnen einige Fotos von N. uebelmannianus. Die meisten Pflanzen wachsen 0,5 km bis 15 km entfernt von der Farm unserer Freunde. Der erste Fundort (HU 78) ist 25 km entfernt. Die Blüten von beiden Arten öffnen noch vor dem Höchststand der Sonne - irgendwann nach 10 Uhr - und schließen gegen 17 Uhr schon wieder. Wir haben in den Mittagsstunden viele Insekten und Käfer in den Blüten dokumentieren können.
Die Bilder davon hat Ihnen Norbert im Heft 4/2005 präsentiert. Zusammen mit den Pflanzen auf der flachen Hochfläche findet man N. neohorstii (F. Ritter) S. Theunissen. Wenn die Pflanzen schattiger stehen, findet man in deren Gesellschaft auch Frailea gracillima Lemaire, Gymnocalycium horstii Buining und N. ottonis (Lehm.) A. Berger ex Backeb. und dessen Varietät
minusculus Hofacker & Herrn in der Nähe.
Eine Emigrantengeschichte vom Mönchssittich Als wir von dem Tafelberg hinter Valters Elternhaus stiegen und unter einigen Eukalyptusbäumen zum neuen Haus unserer Freunde liefen, erhob sich ein so lautes Gezeter, dass wir uns nicht mehr unterhalten konnten. Das war die Großfamilie des - Mönchssittichs. Diese Vögel bauen aus kleinen Stöcken große Nester in Bäumen, auf Telegrafenstangen und in Kakteen. Am sichersten sind sie, wenn sie diese Nester in die hängenden Zweige bauen, denn dann kann kein Nager oder Schlange ins Nest eindringen. Die Vögel leben in recht großen Familien dort. Wenn sich eine Person diesen Nestern nähert, ist das Geschrei sehr groß. In die USA wurden erste Vögel in Käfigen um 1960 eingeführt, bis 1976 haben sich entflohene Vögel in 15 Staaten verbreitet. Seit einigen Jahren wird bei uns der aus Australien stammende Eukalyptusbaum zu Milliarden für die Papierindustrie in den Pampastaaten angepflanzt. Dieser Baum bietet idealen Lebensraum für die gefiederten Emigranten, die sich seither explosionsartig vermehren. Das können sie tun, weil sie bei uns kaum natürliche Feinde haben. Auf manchen Farmen sieht man jetzt mehrere Horden mit bis zu 70 Vögel fliegen. Sie nehmen den anderen Vögeln die Lebensgrundlage.
Da der Mönchsittich in der Natur großen Schaden in Obstgärten, Mais- und Hirsefeldern anrichtet, wird er mancherorts mit drastischen Maßnahmen bekämpft. Dieses äußert sich z.B. durch Brandgeschosse, die gegen seine Nester gerichtet werden. Einige Farmer bezeichnen sie als fliegende Pest. Weitere Anmerkungen zu N. uebelmannianus Buining Nach drei Jahren freuen wir uns nicht nur über die Entdeckung von irgendwelchen Kakteen an Orten, an denen wir zuvor noch nichts gefunden hatten, sondern versuchen die Pflanzen zu Zeiten zu besuchen, an denen sie blühen oder Früchte machen. Wir haben gelernt, dass es für Sie wichtig ist, verschiedene Daten zu notieren, welche die europäischen Besucher meist nicht bemerken können, weil sie nicht so viel Zeit an einer Stelle bleiben. Im September 2007 waren wir am 7., am 16. und wieder am 30. September zu Besuch bei unseren Freunden Vera & Valter URUTH de OLIVEIRA. Von ihrem Haus, das ungefähr 12 km östlich von Santana da Boa Vista liegt, müssen wir nur wenige Kilometer in Richtung Minas do Camaqua zu fahren, um verschiedene Fundplätze von N. uebelmanninaus Buining zu sehen. Unser Fundort FA 050 Verdureiro ist nur 0,5 bis 2 Kilometer von deren Wohnhaus entfernt. Die ersten Pflanzen können wir auf der anderen Straßenseite am Bach sehen. Auf dem Grundstück des Nachbarn wächst auch G. horstii an verschiedenen Plätzen.
Der Fundort FA 042 Estrada do Marmeleiro, Rodeio Velho liegt so nahe am Weg, dass man die blühenden Pflanzen von Auto aus entdecken kann. Alle hier gezeigten Aufnahmen wurden in der Mittagszeit zwischen 12.30 Uhr und 14.20 Uhr fotografiert. Am Fundort FA 042 fiel uns auf, dass die roten Blüten nicht einheitlich waren. Wir haben sehr dunkelrote Blüten gesehen und dann wieder lachsfarbene Blüten, die wir als rosefarbig nannten. Beispiele sehen Sie rechts oben. Die helleren Blüten kamen nicht nur auf dem Platz vor, an dem N. uebelmannianus var. nilsonii gefunden wurde, der ungefähr 15 km entfernt liegt. Wir haben gelernt, dass N. uebelmannianus immer in zwei Blütenfarben existiert. Uns interessierte der Anteil dieser Farbausprägungen. Hier die Auswertung von den Blütenfarben. Wir haben nur zwei von vier Fundorten durchgezählt, weil an zwei weiteren Plätzen zu wenige Exemplare (nur 2 oder 5) in Blüten standen:

Fundort FA 050:
rotblühend 26 = 76,5 %
gelbblühend 8 = 23,5 %

Unsere Freunde in Europa waren ganz glücklich über jene Aufnahmen, auf denen rote und gelbe Blüten nebeneinander zu sehen sind. Davon möchten wir Ihnen auch gern ein Beispiel zeigen. Dieser Fundplatz besteht aus Steinen, die unter sich kleinere Höhle bilden. Das ist die Wohnung des „Wächters" dieses Platzes einem Leguan, der uns Störenfriede schon kennt. Seitdem wir ihn einmal am Schwanz festgehalten haben, bringt er sich schon in Sicherheit, wenn er uns bemerkt. INTERNOTO als Fachzeitschrift für Kakteen gestattet uns nur am Rande einheimische Tiere kurz vorzustellen. Wir haben zu vielen brasilianischen Tieren viele Bilder gesammelt. Interessenten daran können sich per Email an uns wenden.

frederico_jaekel@terra.com.br
Alle Fotos aus der Natur von den Autoren Angela & Frederico Jaekel, Pelotas

Summary
In this article the authors talk about N. arachnitis fa. darilhoensis N. Gerloff & J. Neduchal, which grows on the farm, near Santana da Boa Vista, of Mr. Valter URUTH de OLIVEIRA and his wife Vera, whom they had got to know. As they had travelled the area at different times of the year, they had eventually seen all the populations in flower. It is easier to differentiate the plants from N. uebelmannianus F. Ritter when in flower, although the latter can also be found with yellow flowers, but in the minority. They reproduce a table of characters for differentiation produced by Norbert. Between 7th and 30th September 2007, the authors visited the localities of N. uebelmannianus near their friends' farm on three occasions. At locality FA042 they recorded two shades of colour among the red flowers (dark purplish-red and salmon). At locality FA 050 they were able to count the numbers of each flower colour: red:

26 = 76.5%, yellow: 8 = 23.5%!

Finally they report again on a bird that has migrated there a few decades ago, the green parakeet, and which has become almost a pest in the area.

Translation by Alan Butler
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 © 2005-2010 Paul C. Laney

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