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Internoto Volume 30, no. 2, 2009

Kakteen der La-Plata-Küste
Teil 2 Cerro Montevideo

Gustavo Garabelli

In der erwähnten Broschüre Notocactus 5, die eine Übersetzung einer Artikelserie aus der Gärtnerzeitschrift "Flora" ist, hat A.V. FRIC in Montevideo zuerst den Friedhof in der Stadt und anschließend den 134 Meter hohen Cerro am Hafen besucht. In Notocactus 5 werden die Pflanzen ganz gut abgehandelt, die er damals gefunden und fotografiert hat. Es handelt sich beim Fundort um den Cerro Montevideo auf der westlichen Landenge, die den Hafen begrenzt. Noch immer ist das Fort ein Ausflugsziel, das die Stadt überragt. Die Basaltfelsen auf dem Hügel bieten verschiedenen Kakteen eine Heimat. Die Opuntia auracantiaca Gill, findet man heute auch nur noch selten auf einigen größeren Steinen in der Nähe des Forts. Es ist ein Teufelszeug, das sich bei der kleinsten Berührung an die Kleidung hängt und das ganz hartnäckig. Wenn man die abgerissenen Glieder abnehmen will, bekommt man die Widerhaken der Dornen zu spüren. Hier schützt sich die Natur selbst. Der N. concinnus (Monv.) A. Berger ex Backeb. hat die vielen Tritte der Besucher nur deshalb überlebt, weil er fast bis zum Scheitel im Boden steckt. Die nackten Scheitel und die bis 9 cm breiten Blüten mit außen rötlichen Mittelstreifen sind bemerkenswert. Die größten Exemplare sind 8 bis 9 cm breit. Das Dornenbild wird geprägt von kürzeren seitlich anliegenden Randdornen und 3 Mitteldornen, von denen der untere bis 2,5 cm lang sein kann. Nach seiner Freundin Lidie DADAK hat FRIC ein Miniaturpflänzchen benannt: Echinocactus dadakii Fric ex A. Berger n. inval. - das wir heute der Frailea pygmaea (Speg.) Br. & R. zuordnen. Hier an der Küste werden die schmutzig weißen Pflanzen nicht viel mehr als 2 cm hoch und dick. Als Landeskind lese ich FRIC's Überlegungen über den Verkaufswert einiger Neuentdeckungen wie den E. dadakii mit wenig Sympathie. Ganz schön überheblich erscheinen mir solche Gedanken der "Gäste" in unserem Land.

Frailea pygmaea
Frailea pygmaea

Eine andere Pflanze wird mechanisch stark beansprucht, es ist dies der N. turbinatus fa. schaeferianus (W.R. Abraham & S. Theun.) J. Neduchal. Diese Pflanze wächst ebenfalls kaum einen Zentimeter hoch aus dem Boden heraus. Die Pflanze hat 9 bis 10 Rippen, die im Jugendstadium scharf sind. Die 7 bis 12 mm langen Randdornen sind zu den Seiten, und der Mitteldorn nach unten gerichtet. Die zitronengelben Blüten werden 2,5 cm hoch und ganz geöffnet 3,5 cm breit. Der Blütenboden ist rötlich. Im Alter sind bei vielen Exemplaren die Dornen abgerissen und die Oberkante der Rippen ist abgeschabt und schorfig vernarbt - die Pflanze scheint unbewehrt zu sein. In der Natur bleibt die Areolwolle nicht lange an den Pflanzen erhalten.

Es gibt mindestens noch eine zweite Art aus de Untergattung Malacocarpus auf dem Cerro, welche scharfe Rippen und ein deutliches Dornenbdild besitzt. Diese wird über 10 cm breit und hoch. Weil so viele Besucher (am Wochenende mehrere Tausend) auf dem Terrain sind, leben fast nur noch junge Exemplare. Der Cerro verändert sich von Jahr zu Jahr. Das Elendsviertel auf der Ostseite wächst in jedem Jahrzehnt um einen Häuserblock weiter nach oben auf das Fort zu. Dort wo heute die letzten primitiven Neubauten stehen, war noch 1997 eine Stelle mit Hunderten von Malacocarpen zu finden (Reisebericht N. Gerloff 1997). Ende des letzten Jahrhunderts hat man keine N. floricomus (Arechav.) A. Berger ex. Backeb. oder abgeflammt. In den Felsen dort findet N. mammulosus (Lern.) man noch immer die Pflanzen aus A. Berger ex Backeb. auf dem Cerro der Untergattung Neonotocactus, gefunden, weil man nicht auf der die FRIC schon vor hundert Jahren Südflanke des Berges war. Hier lässt gesehen hat. Die Benennungen man das Gras und Gestrüpp ziemlich durch A.V. FRIC und die Redakteure wild wuchern - einmal im Jahr oder der Organe, in denen die Bilder und noch seltener wird das trockene Gras Reiseberichte publiziert wurden, sind für mich sehr streitbar. Das betrifft vor allem der Gebrauch des Namens N. submammulosus (Lern.) A. Berger ex Backeb.. FRIC hat u.a. zwei Pflanzen mit diesem Namen belegt (siehe Foto in Notocactus 5) eine hat 19 Rippen. Das zweite Bild eines Exemplares mit langen flachen Dornen und 13 Rippen könnte eher diesem Taxon zuzuordnen sein.

Wir haben heute umfassende Kenntnis von der Verbreitung und dem Erscheinungsbild von N. submammulosus. Diese Art hat zu 99 Prozent eine Rippenzahl von 13. Die Blüte ist kürzer und schüsseiförmig deutlich anders als bei N. mammulosus. N. submammulosus gehört zur argentinischen Pampa und kommt bis in die Gebirgszone vor. Es gibt nur drei oder vier Plätze in Uruguay, an denen diese Art in wenigen Exemplaren vorkommt. Im Norden des Landes wächst N. submammulosus zusammen mit N. mammulosus bei Salto und Bernabe Rivera, hier an der Südküste gibt es einige Plätze, an denen es Pflanzen gibt, die zwischen beiden Pflanzen stehen. Die größere Blüte haben sie von N. mammulosus und die Rippenzahl geht von 13 bis 15. Solche Pflanzen kann man nördlich von Rosario und dem Pan de Azucar an der Ruta 60 finden - ich vermute dass FRIC solche Pflanzen als N. submammulosus angesehen hat. Hier ist die Pflanze von der Ruta 60 (Gf 1237) abgebildet. Ich bin mir selbst bei dieser Pflanze nicht ganz sicher, ob es ein N. submammulosus ist. Den N. floricomus, der säulig und insgesamt größer wird als N. mammulosus und überwiegend hellgelbe Dornen hat, habe ich nur auf dem Cerro Antonio in Piriapolis gefunden - nicht auf dem Cerro Montevideo. Es kann sein, dass N. floricomus dort wuchs, wo jetzt das Gelände heutzutage überbaut ist. Ich verwende hier ein Bild von einer Pflanze, die vor 25 Jahren in Piriapolis gefunden wurde (FS 157). Auf dem Cerro Montevideo wird N. mammulosus bis 9 cm breit und 4 cm hoch. Ich schließe nicht aus, dass die Pflanzen größer wachsen können, aber wir haben sie nicht größer gesehen. Die Pflanzen haben 16 bis 17 sehr flache Rippen. Aus den Areolen entspringen um 10 beigefarbene bis 12 mm lange zu den Seiten gerichtete Randdornen und 3 oder 4 Mitteldornen. Die graubraunen Mitteldornen sind flach und stehen teilweise schräg nach unten ab, sie können 26 mm lang sein. Es kann sein, dass solche Pflanzen von Fric als N. submammulosus var. longispinus n.n. angesehen wurden. Auf jeden Fall sind sie sehr beeindruckend und schön. Mein dritter Bericht wird die Umgebung der Stadt Piriapolis abhandeln. Meinungen und Kritik in Englisch oder Spanisch sind willkommen. Ich bedanke mich noch herzlich bei Gilberto COSTER für seine Bilder von Punta Ballena, die ich im Teil 1 verwenden konnte.

mleindek@gmail.com

Summary
The author, Gustavo GARABELLII, in the second instalment of his series of articles, reports on the cacti of the La Plata coast of the Cerro de Montevideo. A hundred years ago A.V. FRIC visited this place and photographed some plants. FRIC regarded a plant with long spines as N. submammulosus (Lern.) A. Berger ex Backeb).. The author disagrees with this Classification. 100 years after FRIC N. floricomus Arechav.A. Berger ex Backeb. is no longer to be found. Building on the hill goes right up to the fort at the top. N. concinnus (Monv.) A. Berger ex Backeb. and Echinocactus dadakii Fric ex A. Berger n. inval, N. mammulosus (Lem.) A. Berger ex Backeb. and N. turbinatus fa. schaeferianus (W.R. Abraham & S. Theun.) J. Neduchal can however still be found today on the hill.

Translation by Alan Butler

Literatur
GERLOFF, N.(1997): Reisebericht von der 7. Reise, Ludwigsburg, Briefversand
GERLOFF, N. & NEDUCHAL, J. (2004); Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus Fric, Internoto 25 (2), 1-130
NEDUCHAL, J. (1985): Brief eines Wigginsien-Liebhabers, Beilage zu INTERNOTO Sonderausgabe Notocactus 5
OSTEN, C. (1941): Notas Sobre Cactaceas . Montevideo, 1941 Schumann) Berger ex Backeberg var. setispinus Prauser, Internoto 28 (4), 89
THEUNISSEN. J. (Hrsgb.): Notocactus 5, Entdeckungen neuer Kakteenarten von A.V. Fric, übersetzt von Kurt G. Kreuzinger, 1985
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