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Internoto Volume 30, no. 3, 2009

Fazenda Bau Bestandaufnahme
Elisa & Daniel Salengue

Im Rahmen unserer Tätigkeit für Daniels Arbeitgeber haben wir auf einer Fazenda namens BAU , die ungefähr 8 Kilometer nördlich der BR 293 auf der Höhe des Ortes Candiota liegt, mehrere Tage gearbeitet. Die Hochfläche der Pampa ist dort fast baumlos. Büsche, Bäume oder Säulenkakteen findet man nur bei den angehäuften großen Steinen. Vor allem N. sellowii fa. courantii (Lem.) N. Gerloff & J. Neduchal hat sich zwischen den Steinen erhalten. In dieser Schutzlage wird diese Pflanze 25 cm breit und 15 cm hoch. Die um 19 im Querschnitt dreieckigen Rippen sind bis 2,5 cm breit und 1,5 cm tief. Um 7 weiße Randdornen sind zu den Seiten gespreizt, anliegend und bis zu 1,3 cm lang. Der untere von drei Mitteldornen steht schräg nach unten, er wird bis 2,5 cm lang. Man kann an diesen Plätzen auch N. ottonis (Lehm.) A. Berger ex Backeb., Frailea pygmaea (Speg.) Br. & R. und Gymnocalycium denudatum (Pfeiff, ex Mittler) Br. & R. entdecken.
Zu den Bächen hin hat die Erosion eine ganz besondere Situation geschaffen. Hier kommt der geologische Untergrund an die Oberfläche. Wir haben einen Wechsel von schwarzen oder rotbraunen Steinfeldern und grünen Zonen mit Vegetation von Gräsern und Büschen.
In den Sommermonaten werden diese Steine sehr heiß, die in den Mulden vorhandenen Moose sind wie verbrannt. Nur von weitem gesehen wirken diese Steinfeldern glatt. Wenn man näher kommt, kann man sehen, dass runde Steine und Kiesel in den Mulden liegen. Manchmal sind diese Mulden mit Humus oder Moospolstern gefüllt. Wir fanden eine Menge dorniger Pflanzen mit roter Epidermis: Es sind Vertreter der Untergattung Neonotocactus, die erst am Nachmittag blühen. Diese Pflanzen mit 18 bis 20 Rippen werden manchmal als N. mueller-melchersii Fric ex Backeb. & Knuth bezeichnet. Die Blüten sind etwas kleiner als bei N. mammulosus (Lem.) A. Berger ex Backeb., sie wachsen mit diesem zusammen, ohne Übergange zu bilden. Erwachsene Pflanzen mit ihren bis zu 2 cm langen abstehenden Dornen sind sehr dekorativ. In diesem Tal haben wir zirka 40 blühfähigen Pflanzen gefunden. Hier sind sie nur bis 10 cm breit - diese Pflanze kann man anderswo bis 13 cm diam. und 15 cm Höhe finden. Vom 13-rippigen N. mammulosus fanden wir nur ein halbes Dutzend Exemplare. N. mammulosus hat nur 8 bis 9 graue Randdornen, die bis 1 cm lang sind. Die 3 Mitteldornen sind kräftiger und länger. Besonders der untere Dorn ist abstehend wie ein Dolch, bis 2,5 cm lang. Wir entdeckten noch eine weitere Pflanze in den Moosfeldern der Steinplatten. N. arachnitis F. Ritter. Wir waren uns erst nicht sicher, ob wir nicht auch N. crassigibbus F. Ritter gefunden hätten. Diese Art haben wir 2007 zwischen Cacapava und Lavras gesehen. Bei ihr sind die Buckel zwischen den Areolen viel deutlicher ausgeprägt und alte Pflanzen können mehr als 20 cm breit sein. Während N. crassigibbus im Schatten gedeiht, fanden wir hier die Pflanzen in der Vollsonne. Die hier gefundenen Pflanzen haben 13 bis 17 runde Rippen. Die Pflanzen sind zumeist 7 bis 9 cm breit und nur 3 cm hoch. Der Scheitel ist etwas eingesenkt. Die Epidermis ist graugrün, nur in den Tälern der Furchen dunkelgrün.
Die 8 bis 10 fast weißen Randdornen haben die Stellung, die F. RITTER für den Namen arachnitis herangezogen hat. Jede Areole sieht wirklich aus wie eine Spinne. Man kann einen Mitteldorn erkennen, der nach unten weist und anliegt. Er ist kaum von den Randdornen zu unterscheiden. Alle Dornen sind bis 1 cm lang und liegen an. Im November 2008 haben wir bei schlechtem Wetter Blüten fotografieren können, diese hatten einen Durchmesser bis 9 cm und waren hellgelb.
Am Fuße der Steinplatten in der Weide fanden wir wenige Exemplare von Frailea pygmaea (siehe rechts). Diese hellgrünen Pflanzen waren nur maximal 2,5 cm breit. Die 14 Rippen sind ganz flach und rund. Aus den Areolen entspringen um 12 hellgelbe Dornen, die zu den Seiten gespreizt sind.
Sehr einsam stand ein halbes Dutzend Pflanzen von N. langsdorfii (Lehm.) A. Berger ex Backeb. (Foto Seite 64). Auf einer benachbarten Fazenda fanden wir das eigentliche Habitat dieser dekorativen Pflanze mit einer Population von vielleicht 40 Pflanzen. Leider konnten wir nur im Herbst und Winter in dieser Gegend arbeiten, deshalb konnten wir wenig Pflanzen mit Blüten sehen und dokumentieren.

elisa.salengue@yahoo.com.br oder daniel.saraiva@bol.com.br

Frailea pygmaea

Summary

North of the BR 293 between Bage and Pincheiro Machado there are plans to change the natural landscape, replacing the pampa with plantations. Our task was to evaluate the local flora and fauna. We were on a farm called BAU about 8 km north of Candiota. The high plateau is a treeless pampa landscape. Cacti only occur near the larger rocks together with cereoid cacti or trees. There were: N. sellowii fa. courantii (Lem.) N. Gerloff & J. Neduchal, N. ottonis (Lehm.) A. Berger ex Backeb., Frailea pygmaea (Speg.) Br. & R. and Gymnocalycium denudatum (Pfeiff. ex Mittler) Br. & R. which enjoy such places. In the beds of streams, erosion has uncovered completely bare stone slabs. Here, in sunny places, can be found the afternoon bloomers: Notocactus mueller-melchersii Fric ex Backeb. & Knuth and N. mammulosus (Lem.) A. Berger ex Backeb.. From the group of morning bloomers, there is N. arachnitis F. Ritter and very rarely N. langsdorfii (Lehm.) A. Berger ex Backeb.. Unfortunately this study was done in the winter and no flowers were to be seen on the plants at that time.
All photographs by the authors
Translation by Alan Butler

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